Gastronomie einrichten: 5 Planungsfehler vermeiden
- 1. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Tische, Tresen, Laufwege – viele Fehler bei der Gastronomie-Einrichtung entstehen in der Planung. Die 5 häufigsten und wie man sie vermeidet.

Gastronomie einrichten: 5 Planungsfehler, die täglich Geld kosten
Wer eine Gastronomie einrichten will, macht die teuersten Fehler nicht beim Design — sondern in der Planung der Betriebsabläufe. Zwischen einer schönen Restaurant-Einrichtung und einer funktionierenden Gastronomie liegen oft nur wenige Zentimeter: Ein falsch platzierter Kühlschrank, zu klein dimensionierte Tische, fehlender Stauraum oder Laufwege, die sich im Service kreuzen oder zu weit sind. Es sind Kleinigkeiten in der Planung, die den Unterschied ausmachen können, denn jeder unnötige Schritt hinter dem Tresen wiederholt sich hunderte Male pro Woche. Jede fehlende Ablage erzeugt Unruhe. Jeder falsch dimensionierte Tisch verändert das Raumgefühl und das Erlebnis für den Gast.
Gute Gastronomieplanung bedeutet Gestaltung und operative Abläufe gleichzeitig zu denken - von Anfang an.
Planungsfehler 1: Bar-Theke ohne Workflow-Konzept
Der Tresen ist oft das optische Zentrum eines Gastraums, gleichzeitig aber auch operativer Dreh- und Angelpunkt und einer der teuersten und technisch komplexesten Bereiche eines Restaurants.
Die Basis für eine durchdachte Tresenplanung ist das gastronomische Konzept: Ein Cafékonzept benötigt eine gut einsehbare Kuchenpräsentation und eine großzügige Kaffeestation zum Gast, wohingegen der Fokus eins barorientierten Konzepts eher auf Lage & Größe des Schankdecks und der Eisversorgung liegt. Auch die Anzahl der Mitarbeitenden hinter dem Tresen ist entscheidend. Arbeiten dort zwei Personen gleichzeitig oder sechs? Wie bewegen sie sich? Wo entstehen Engstellen? Welche Handgriffe passieren parallel?
Je besser sich Anordnung, Dimensionierung und Positionierung der Tresenanlage am Workflow des gastronomischen Konzepts orientiert, desto effizienter können Bar- & Servicepersonal im täglichen Betrieb arbeiten.
Paloma Lola, Nordhorn: Der Tresen als zentraler Mittelpunkt im Gastraum - optisch wie funktional
Planungsfehler 2: Fehlender Stauraum in der Service-Station
Stauraum gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig unsichtbarsten Qualitäten guter Gastronomieplanung. Fehlt er, schleichen sich automatisch ineffiziente Arbeitsabläufe ein: Speisekarten werden aus entfernten Schränken geholt, Menagen stehen dort, wo eigentlich kein Platz vorgesehen war und Servicekräfte laufen permanent zwischen Lager und Gastraum hin und her. Professionelle Planung reduziert deshalb Bewegungen. Nicht aus Effizienzdenken allein, sondern weil weniger Laufwege automatisch mehr Ruhe erzeugen und Zeit sparen.
Zentrale Fragen des Workflows: Wo werden Speisen und Getränke ausgegeben? Wie ist der Rücklauf-Prozess des Schmutzgeschirrs in Küche und Tresen? Wo werden die Speisekarten zentral und dezent gelagert? Was braucht der Service im direkten Zugriff am Gast?
Servicestationen, Büffetanlagen oder Gläserregale: Präzise Planung für Arbeitserleichtung im Betriebsalltag - und das in schön!
Planungsfehler 3: Falsche Materialien für den Gastronomie-Alltag
Materialien prägen die Atmosphäre eines Restaurants. Gleichzeitig müssen sie dem gastronomischen Alltag dauerhaft standhalten. Holz, Stein, Metall oder Naturmaterialien erzeugen Atmosphäre und Identität, müssen aber sensibel auf ihre Einsatzorte abgestimmt werden. Geölte Holzoberflächen reagieren beispielsweise auf Feuchtigkeit und Fett, lackierte Holzoberflächen sind hingegen oft deutlich langlebiger und pflegeleichter. Im Bereich der Naturstein Arbeits- und Tischplatten sollte für die Gastronomie ganz genau hingeschaut werden, da sich die Steinarten hinsichtlich Härte, Säurebeständigkeit, Porosität und Pflegeaufwand deutlich unterscheiden. Besonders pflegeleicht und leicht zu reinigen sind Edelstahl-Oberflächen, die sich besonders in den hochfrequentierten Arbeitsbereichen eignen.
In der Gastronomie-Einrichtung ist es bzgl. der Auswahl der richtigen Materialien in Zonen und Beanspruchungsbereichen zu denken:
Materialien im Gastbereich:
Charakterstarke, besondere Materialien im Gastbereich akzentuieren (Massivhölzer mit Ästen und Rissen, Tischplatten mit Einlegern, Natursteine)
Oberflächen in Funktionsbereichen:
Robuste Oberflächen wählen (Edelstahl, Nero Assoluto, Mineralwerkstoff, Kompaktplatten)
Zonen mit hoher Frequenz:
Pflegeleichte, leicht abwischbare Materialien in diesen Zonen (lackierte Holzoberflächen, Schichtstoffdekore, Mineralwerkstoffe, Linoleum)
Gute Gastronomie-Planung
Funktion & Optik Im Einklang: Beispiele für Arbeitsplatten & Tischoberflächen im Einsatz in der Gastronomie
Planungsfehler 4: Schlechte Wegeführung im Restaurant
Gute Restaurants wirken ruhig – selbst dann, wenn sie voll besetzt sind. Diese Ruhe entsteht selten zufällig, sie ist meist das Ergebnis einer präzisen geplanten Wegeführung. Für die Planung der Sitzbereiche und Zonierung des Grundrisses sollten daher folgende Fragen Beachtung finden:
Wie gelangen Speisen zum Gast?
Wo entstehen potenzielle Engstellen und wie können diese optimiert werden?
Welche Wege sind die Haupt-Verkehrsachsen und werden hunderte Male täglich genutzt?
Schon wenige zusätzliche Meter summieren sich im gastronomischen Alltag enorm. Durchdachte Wege sparen Zeit, reduzieren Stress und verbessern gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Restaurant. Ein guter Service sollte fließen – nicht kreuzen.
Planungsfehler 5: Tischgrößen, die nicht zum Konzept passen
Auch Tischgrößen werden bei der Restaurant-Einrichtung häufig unterschätzt, dabei beeinflussen sie sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Komfort.
Für klassische Café-Situationen reichen oft kleinere Tischdurchmesser aus. Das spart Fläche und erhöht die Flexibilität im Gastraum. Anders bei Dinner- oder Sharing-Konzepten: Viele Teller, Getränke und gemeinsame Speisen erzeugen deutlich höheren Platzbedarf. Gäste improvisieren, Teller werden gestapelt oder der Service verliert Bewegungsfreiheit. Gerade Sharing- oder Sushi-Konzepte benötigen deshalb großzügigere Tischmaße:
Empfohlene Tischmaße für Sharing-Konzepte
mindestens 80 cm Tischtiefe
mindestens 70 cm Tischbreite pro Gastseite
Die Tischgrößen müssen sensibel auf das Speisenangebot abgestimmt werden, dürfen für eine möglichst große Sitzplatzanzahl im Raum nicht zu groß sein, für die Aufenthaltsqualität und das Gästeerlebnis aber auch nicht zu klein!
Größe, Form & Höhe der Tische sollte wohl überlegt sein: Beispiele aus einem Mitarbeiter-Restaurant, Café & à la carte Restaurant
Fazit: Gastronomieplanung beginnt vor der Einrichtung
Viele Planungsfehler entstehen nicht durch mangelnde Gestaltung. Sie entstehen dort, wo der operative Betriebsalltag nicht konsequent mitgedacht wird. Genau deshalb ist gute Gastronomieplanung keine reine Einrichtungsfrage, sondern die Verbindung aus Gestaltung, Workflow, Wirtschaftlichkeit und dem Menschen. Sprechen Sie uns an!













































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