Marke im Raum: Corporate Design in der Gastronomie erlebbar machen
Aktualisiert: 2. Okt.
Eine Marke hat Farben, Formen, Materialien und eine bestimmte Bildwelt. Doch wie übersetzt man diese Identität in einen gastronomischen Raum?
Eine gelungene Gastronomiegestaltung übernimmt nicht einfach die Farben aus dem Logo, sondern entwickelt daraus eine Atmosphäre, die zur Marke, zum Ort und zu den Gästen passt. Die Herausforderung ist dabei, die Wiedererkennung einer Marke sensibel in die Raumgestaltung einzubinden, ohne dabei eine überdimensionale Werbefläche zu schaffen.
Für die Entwicklung des Raumkonzepts der Rotkäppchen Erlebniswelt stand deshalb nicht nur die Corporate Identity der bekannten Marke im Mittelpunkt, sondern gleichermaßen das Produkt, für das Rotkäppchen steht: Der Sekt. Seine Farbigkeit, das Prickeln und der Moment des gemeinsamen Genusses wurden zu wichtigen Bestandteilen der Gestaltung.

Vom Corporate Design zum Raumkonzept - Markenfarbe ist nicht gleich Wandfarbe
Eine Marke räumlich erlebbar zu machen bedeutet zunächst, ihre charakteristischen Elemente zu verstehen und in eine eigene gestalterische Sprache zu übersetzen. Farbe ist dabei zwar ein elementarer Baustein, aber erst im Zusammenspiel mit Materialien, Licht, Möblierung und vorhandener Architektur entsteht aus einem Corporate Design ein ganzheitliches Raumkonzept.
Bei Rotkäppchen wurde das charakteristische Rot der Corporate Identity deshalb nicht eins zu eins übertragen. Unterschiedliche Abstufungen und Nuancen greifen die bekannte Markenfarbe auf und interpretieren sie neu. Dadurch bleibt die Wiedererkennbarkeit erhalten, gleichzeitig entsteht eine leichtere Farbwelt, die dem zeitgemäßen tone to tone Trend folgt.
Die Bildmarke des Logos wird bewusst subtil eingesetzt: Der bekannte Schreibschrift-Schriftzug „Rotkäppchen“ wurde in die Oberfläche einer Tresenfront integriert: Während die Front in einem matten Rotton gehalten ist, wurde der Schriftzug glänzend integriert, sodass er über den Lichteinfall mehr oder weniger sichtbar ist. Das Wappen findet sich punktuell in besonderen Tischplatten wieder und ziert die historischen Backsteinwände im Kellergewölbe.
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Widererkennungswert auf den zweiten Blick: CI subtil in Form, Farbe und Details in den Gastraum übersetzen
Corporate Design sollte dem Raum eine Identität und Orientierung geben, ihn aber nicht dominieren. So findet sich die Marke in Details wieder, die auf fast spielerische Art und Weise im Design intergiert sind, sich aber nicht aufdrängen.
Bei Rotkäppchen wurde neben der Markenfarbe auch das Produkt selbst zum gestalterischen Ausgangspunkt. Das Prickeln und die Farbigkeit des Sekts wurden in metallische Oberflächen und Glasleuchten übersetzt. Sie ergänzen die unterschiedlichen Rotnuancen und schaffen einen bewussten Kontrast innerhalb der Markenwelt. Der Sektkorken wurde mit Hilfe des Materials Kork in das Interior übersetzt und bringt Wärme und Haptik.

Wie wird eine Marke im Raum erlebbar?
Ein Markenraum muss zunächst als gastronomischer Raum funktionieren.
Gäste sollen die Marke wahrnehmen und wiedererkennen, sich gleichzeitig aber in einer Umgebung befinden, die Aufenthaltsqualität bietet. Funktionale Abläufe, bequeme Sitzbereiche und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten sind deshalb genauso wichtig wie die gestalterische Übersetzung der Corporate Identity.
Corporate Design sollte dem Raum eine Identität und Orientierung geben, ihn aber nicht dominieren. Gleichzeitig muss die vorhandene Architektur berücksichtigt werden. Denn ein Gestaltungskonzept funktioniert nicht unabhängig von dem Gebäude, in dem es umgesetzt wird.
Bei der Rotkäppchen Erlebniswelt standen deshalb nicht Logo und Markenfarbe im Mittelpunkt des Aufenthalts, sondern der Genuss des Sekts und das Erlebnis des Besuchs. Unterschiedliche Sitzqualitäten, komfortable Bereiche und eine multifunktionale Nutzung wurden ebenso konsequent in die Markenwelt übersetzt wie Farben und Materialien.
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Fazit: So entsteht aus einer Marke ein Gastronomiekonzept
Ein überzeugendes Gastronomiekonzept beginnt mit dem Verständnis der Marke: Welche Farben, Formen und Werte prägen ihre Identität – und wie lassen sie sich in den Raum übersetzen?
Daraus entwickelt sich ein gestalterisches Gesamtkonzept, in dem Farbwelt, Materialien, Licht und Möblierung ebenso zusammenspielen wie die vorhandene Architektur und die funktionalen Anforderungen der Gastronomie. Nicht jedes Element muss dabei unmittelbar auf die Marke verweisen. Entscheidend ist, dass alle Gestaltungsebenen einer gemeinsamen Idee folgen.
Ein gelungener Raum muss nicht erklären, für welche Marke er steht. Man kann die Marke in ihm erleben.
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