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Holz in der Gastronomie: 5 Materialentscheidungen, die sich für (d)ein Restaurant lohnen

  • 8. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Juni

Ein durchdachtes Gastronomie-Konzept lebt von seiner Atmosphäre. Holz ist dabei seit jeher das Material Nummer eins, wenn es um Gemütlichkeit, Wertigkeit und Charakter geht. Doch die Anforderungen in der Objektausstattung sind extrem: Feuchtigkeit, verschütteter Rotwein, scharfe Reinigungsmittel und die tägliche Beanspruchung durch Hunderte Gäste setzen dem Material stark zu.


Wer bei der Restaurant-Einrichtung die falsche Materialentscheidung trifft, zahlt im laufenden Betrieb durch hohen Pflegeaufwand oder frühzeitige Sanierungen bitter drauf. Hier sind 5 smarte Holz- und Materialentscheidungen, die Design, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit perfekt vereinen.


  1. Eiche im Restaurant: Der Allrounder, der fast immer funktioniert

Wenn es ein Holz gibt, das den Spagat zwischen zeitloser Ästhetik und extremer Robustheit meistert, dann ist es die Eiche. Ob als massiver Tresen, Wandverkleidung oder Tischplatte – Eiche bringt eine natürliche Wärme und Wertigkeit mit, die perfekt zu fast jedem Einrichtungsstil passt.


Warum Eiche ein sicheres Investment ist:

  • Härte & Langlebigkeit: Als heimisches Hartholz verzeiht die Eiche auch mal einen härteren Stoß.

  • Wandelbarkeit: Durch unterschiedliche Beizen oder Ölungen lässt sie sich von skandinavisch-hell bis rustikal-dunkel exakt an das Look & Feel für die Einrichtung anpassen.


Café Auguste und Hotel Breitenburg setzen auf auf Eiche


Holzvertäfelte Wand mit goldenem Handlauf im Flur, auf grauweißem Schachbrettboden, warm und modern.

2. Nussbaum: Edler Akzent für das Premium-Segment

Vielleicht hast du es in aktuellen Gastro-Designs schon bemerkt: Nussbaum taucht gerade überall auf. Das tiefbraune, elegant gemaserte Edelholz verströmt sofort eine subtile Exklusivität und eignet sich hervorragend für gehobene Restaurant-Konzepte, Bars oder den Fine-Dining-Bereich. Ausbauhölzer werden aktuell zunehmend wieder dunkler – ein kleines Comeback für Nussbaum! Neben eines leicht rötlichen Tons bringt das Holz eine ganz eigene Maserung mit, die durch gezielten Einsatz tolle Highlights kreiert.


Den Trend gezielt einsetzen:

Da Nussbaum optisch sehr präsent und in der Anschaffung hochpreisiger ist, funktioniert es besonders gut als Statement-Element – beispielsweise als exklusiver Wandverkleidung an der Bar, als Akzentwand oder für ausgewählte Master-Tables. Wir haben es im Bistroroyal eingesetzt.




Dunkle Holzwand aus Nussbaum mit Bogen, blaue Ablage und schwarzer Vase mit Blumen; minimalistisches, ruhiges Interieur.

3. Holzoptik statt Echtholz: Wann Schichtstoff die bessere Wahl ist

Wir lieben echtes Holz. Aber als erfahrene Innenarchitekten wissen wir auch: Es gibt Zonen in der Gastronomie, in denen Naturholz an seine Grenzen stößt. An stark frequentierten Buffets, im direkten Nassbereich des Tresens oder bei extrem beanspruchten Tischplatten kann hochwertiger Schichtstoff (HPL/Melamin) in täuschend echter Holzoptik die wirtschaftlichere und hygienischere Wahl sein.


Die Vorteile moderner Schichtstoffe:

  • Absolute Pflegeleichtigkeit: Keine regelmäßige Nachölung nötig, absolut porenfrei und leicht zu desinfizieren.

  • Kratz- und stoßfest: Perfekt für den harten, täglichen Workflow im Service.

  • Wirtschaftlichkeit: Schont das Budget bei Großprojekten, ohne dass die optische Gemütlichkeit verloren geht.


Heller Innenraum mit Pflanzenbank und Hocker;

4. Esche im Restaurant: Der Geheimtipp für moderne Gastro-Konzepte

Während jeder nach Eiche sucht, wird die Esche oft übersehen – völlig zu Unrecht! Die Esche besitzt eine wunderschöne, sehr markante und dynamische Fladerung (Maserung). Sie ist elastisch und gleichzeitig enorm hart, was sie historisch zum Holz für Werkzeugstiele und Sportgeräte machte.


Warum viele Architekten die Esche lieben:

Eschenholz lässt sich hervorragend farbig beizen, ohne dass die charakteristische Holzstruktur verloren geht. Wenn du nach einem hellen, frischen und skandinavischen Look wie im Bergcafé suchst oder farbige Holzstühle und Bänke planst, ist Esche dein perfektes Material.



5. Schwarzes, gebranntes Holz: Wie Carbonisierung zum echten Statement wird

Du suchst nach dem absoluten Eyecatcher für dein Bar- oder Restaurant-Design? Nach der alten japanischen Tradition des Shou Sugi Ban (oder Yakisugi) wird die Holzoberfläche kontrolliert angekühlt bzw. verkohlt. Das Ergebnis ist ein tiefschwarzes Holz mit einer faszinierenden, fast lederartigen Struktur.


Ästhetik trifft natürlichen Schutz:

  • Einzigartiger Look: Die verkohlte Schicht reflektiert das Licht im Raum auf eine ganz besondere, mystische Weise – ideal für atmosphärische Bars.

  • Funktionaler Nebeneffekt: Durch das Karbonisieren wird das Holz auf natürliche Weise resistent gegen Schimmel, Insekten und sogar feuerhemmender.


Musterpalette mit Holz-, Stoff- und Kunstfellproben auf einem Tisch, neutrale Materialauswahl für Interieurdesign.


Ist Holz in der Gastronomie überhaupt erlaubt?

Wer ein Restaurant einrichtet oder eine Bar plant, stößt bei der Recherche unweigerlich auf strenge Hygienevorschriften (wie die LMHV oder HACCP-Richtlinien). Dabei hält sich hartnäckig der Mythos, dass Holz aus Gründen der Lebensmittelsicherheit im Gastraum oder hinter der Bar verboten sei.


Hinweisschild HOLZ VERBOTEN in einem warm beleuchteten Restaurant mit Holztischen und Stühlen.

Die klare Antwort lautet: Ja, Holz ist in der Gastronomie erlaubt – es kommt aber ganz entscheidend auf den Einsatzort und die Verarbeitung an.


Holz im Gastraum (Tische, Verkleidungen, Möbel)

Im klassischen Gastraum gibt es rechtlich überhaupt keine Bedenken. Ob Eichentische, Wandpaneele aus Nussbaum oder gemütliche Holzstühle: Solange die Oberflächen sachgemäß versiegelt (lackiert, geölt oder gewachst) sind, sodass sie feucht gereinigt werden können, steht dem gemütlichen Look absolut nichts im Weg.


Holz im Tresen- und Servicebereich

Hinter der Bar oder an der Servicestation ist Holz ebenfalls erlaubt, solange es sich nicht um Flächen handelt, die in direkten Kontakt mit unverpackten Lebensmitteln kommen. Ein hölzerner Tresenkorpus oder Regale für Flaschen und Gläser sind völlig unbedenklich. Wichtig ist hier nur ein extrem robuster Schutz gegen stehende Nässe und Alkoholeinwirkung.


Wo Holz in der Gastro-Küche tabu ist (und wo nicht)

In der professionellen Gastro-Küche gelten die strengsten Regeln. Hier müssen Oberflächen glatt, abwaschbar, korrosionsbeständig und ungiftig sein.

  • Erlaubt: Schneidebretter aus Holz sind – entgegen vielen Gerüchte  – laut EU-Recht und gängiger Rechtsprechung nicht grundsätzlich verboten. Bestimmte Holzarten (wie Ahorn oder Buche) haben sogar nachweislich eine natürliche, antibakterielle Wirkung.

  • Nicht empfohlen: Dennoch setzen die meisten Küchen aus Gründen der extremen Spülmaschinen-Tauglichkeit und Standardisierung auf Edelstahl und HACCP-konforme Kunststoffbretter. Arbeitsplatten direkt im Zubereitungsbereich sollten aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Stein/Verbundstoff bestehen.


Fazit: Die Mischung macht den Gastro-Erfolg

Es gibt nicht das eine richtige Holz für die Gastronomie. Die Kunst einer perfekten Objekteinrichtung liegt darin, die Materialien strategisch nach ihrer Beanspruchung zu wählen. Wo braucht es die authentische Haptik von echter Eiche, wo reicht ein robuster Schichtstoff, und wo setzen wir mit Nussbaum oder gebranntem Holz visuelle Highlights?



Du stehst vor der Planung oder Neugestaltung deines Objekts? Lass uns gemeinsam das perfekte Materialkonzept entwickeln, das deine Gäste begeistert und dem harten Service-Alltag standhält.



 
 
 

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